GUILTY PLEASURE 14 – Sexual harassment


Jeder Mann in dieser Serie ist entweder tot, ein Schuh, einer von Schuhs Freunden oder eine primitive, durch und durch böse Lustmaschine.

Bloody hell. Diese Serie bewegt sich langsam aber sicher auf OreImo-Niveau zu und das ist so ziemlich das Schlimmstmögliche, was ich über einen Anime sagen kann. GOSICK und Hidan no Aria waren GC wohl noch nicht gut genug. Wenn schon, denn schon.

Mind you, diese Folge war im Gegensatz zu vielen anderen durchaus unterhaltsam und hatte zumindest einige interessante Ideen: Isolierung, Void-Ranking-Systeme und derartiges sind recht nette Einfälle bzw. Themen, nur war die Ausführung so schlecht, dass man das alles schon wieder vergessen kann. Ich erkenne in dieser Serie nicht mehr sonderlich mehr als Plakativität. Das und Untergrund-Schul-Homepages samt Void-Powerlevel-Stiften. Genial.

Das mit der Plakativität fängt bereits mit Tsugumi an: Sie ist weiblich, also hat sie einen guten Charakter. Oh, und eine tragische Hintergrundgeschichte – sie war immer alleine. Genau wie Daryl. Vielleicht sollten die beiden mal einen Loser-Klub eröffnen, um sich gegenseitig zu beweinen, aber was soll’s. Daryl hatte diesmal übrigens auch wieder eine moralische Stunde, meinte sogar, hinter den Massenhinrichtungen stecke nicht genügend Liebe (danke, ich lachte). Ich vermute mal, er hat einfach vergessen, dass er noch zu Beginn der Serie 1:1 dasselbe Massaker abgezogen hat. I.Gs mittlerweile stark drogenabhängige Schreiber scheinen das wohl auch nicht mehr in Erinnerung zu haben.

Aber wieder zurück zu den Geschlechterrollen: Wie alles, was in dieser Serie zu männlich ist, um gut zu sein, waren die beiden Stunkmacher der letzten Folge einmal mehr die Geschmähten. Die Darstellung war ja schon so eine Sache – sie bringen die Präsidentin um ihren Ruf, kicken Ayase aus dem Rollstuhl, nehmen Tsugumi und sie als Geiseln, fallen auf den Plan des Militärs rein, sorgen für Streit und Unruhen, tragen Waffen mit sich, nur, um sich von Shuu überwältigen zu lassen und Pseudo-Vergewaltigungen waren auch noch drin. Okay, I.G, ich habe es verstanden: Sie sind hinterfotzige, durchtriebene Kinderschänderpornografiebetreiberraubmordkopiererteufelssatanslinksradikalistennationalsozialistenschweine. Whatever you say. Natürlich hat es da eine solche Szenen gebraucht:

Typisches otaku pandering: Pseudo-Vergewaltigungen für die Libido des männlichen Zuschauers aber gleichermaßen beschwörerisch Feindbilder gegen männliche Charaktere schaffen. Wunderbar. Und natürlich durfte Inori ihre bösen männlichen Mitschüler umbringen, das ist wieder legitim!

Also ja, GCs Menschenbild ist schon bezeichnend: Männer sind Schweine, Statisten Schlachtvieh und Frauen Sexspielzeug. Fick dich, Serie. Mir wäre fast jeder Anime lieber auf noitaminA gewesen. Diese Folge alleine hat schon alles ruiniert, wofür der Sendeblock einmal stand.

Das ging ähnlich weiter: Das Militär schlachtet Menschen in Massen ab, bricht seine Versprechen und begeht so ziemlich jede Todsünde, die in der Hölle aktuell nur so rumkeucht und -fleucht. Sie dämmen die Menschen sogar mit sich bewegenden Mauern ein. Mit Mauern! Haben die Schreiber eigentlich endgültig den Verstand verloren? Das ist ja noch ein gutes Stück dümmer als der Todessatellit. Beim nächsten Mal foltern sie die Leute am besten noch in aller Öffentlichkeit. Sollten weibliche Undertaker dabei sein, werden die zuvor natürlich noch ausgezogen, versteht sich von selbst. Man(n) hat ja sonst nichts Besseres zu tun.

Eine Erkenntnis brachte die Folge auch mit sich: Neuerdings tragen die Undertaker als Erkennungsmerkmal alle ein Tattoo auf dem Rü- Moment mal, was? Die tragen allen Ernstes ein Terroristenemblem? Wollen die sich eigentlich freiwillig identifizieren lassen? Verwechselt da jemand nicht gerade eine Terroristenorganisation mit einem Fußballverein, bei dem alle Trikots ein Wappen teilen? Gebt’s doch zu, ihr wolltet lediglich einen guten Vorwand, damit sich die halbe Männerwelt auf Ayase, Inori und Tsugumi stürzt und die Mädchen ausziehen will. Wechselweise erhebt sich dann beim Zuschauer entweder die Faust, wenn ein männlicher Nötiger auf dem Bildschirm erscheint oder eben das dritte Bein, wenn die weibliche Genötigte es nachmacht. Hooray. Eindeutig festgelegte Geschlechterrollen sind schon was Schönes.

Aber Gott sei Dank hat das ~freche~, ~flotte~ und ~megastarke~ magical girl Tsugumi den bösen Oberfieslingen ein Schnippchen geschlagen und allen Männern auf dem Campus eines ausgewitscht:

Dieser asspull war sogar fast schon wieder für die Verhältnisse der Serie zu traurig.

Auf die Idee, mit Tsugumis auf die Situation maßgeschneiderte Wunderwaffe hochrangige Militärsoffiziere zu imitieren und dadurch das GHQ zu ruinieren, wird btw auch niemand kommen. Das ist mal wieder die Art von Fähigkeit, die eine ganze Serie unabsichtlich mit Plotholes überschüttet, weil es doch so viele Gelegenheiten geben würde, sie sich zunütze zu machen und nach allem, was ich bisher von GUILTY CROWN gesehen habe, kann ich eigentlich guten Gewissens behaupten, dass dieser Anime schon viel zu viele Plotholes hat. Jetzt bekommen wir sogar noch mehr davon. Fan-bloody-tastic.
1,5/5.

Und beim nächsten Mal: Yahiro, so böse wie er männlich ist, überzeugt mit seinen manipulativen Schweinetricks den naiven Shuu davon, seine Mitschüler als Void-Abfallmaschinen zu gebrauchen und sie systematisch wider jeder Menschenwürde in Kategorien einzuordnen, was zu Konflikten auf dem Schulhof führt, sodass Shuu wieder emo wird, während Ayase, Inori und Tsugumi irgendwo lasziv herumräkeln und die männlichen Schüler auf die naheliegende Idee kommen, ihre rangniedrigeren Mitschülerinnen getreu einem Klassensystem wie Sklaven zu halten und sexuell zu nötigen. Ich kann es kaum erwarten.


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