Entstehungsgeschichte Blog
Eine Erzählung, enstanden aus unzufriedenstellenden Statistika. Wie so vieles andere auch ähnlichen Pfad beschritten hat.
Ich mache das hier auch weiterhin freiwillig. Glaube ich.

Was gibt es eigentlich leidlich Schöneres als einen Walz von Schrieb nach einem zigstündigen Schultag mit anschließenden Übungskapiteln im Hinblick auf den theoretischen Gebrauch des Basketballs zu verfassen?
Der reinen Ironie halber:
Verteidigungstipps:
• Lasse deinen Gegner nie machen was er will!
• Spiele immer zwischen deinem Gegenspieler und Deinem Korb!
• Sehe immer deinen Gegenspieler und den Ball!
No shit.
Lehrer sind doch Idioten, wenn man uns solcherlei Captain Obvious-Brei vor die Nase setzt. What’s next? “Achten Sie darauf, keine Fehler zu begehen.”?
Da es nun allgemein in Mode gerät, die Entstehungszeiten seines persönlichen Spiel- und Schlachtfelds der hohen Kunst des Bloggens auf großer Leinwand zu veröffentlichen und in einem Gerüst von Kitsch und Schmalz darzustellen, als hinge unser Leben an jedem einzelnen Stock und Stein, den wir wagemutig erklommen’, was in Gründerzeiten zu zelebrieren war, nun auch der meinige Beitrag unter Fügung ins kollektive Massenbewusstsein. Sie nannten es einst ein “Plagiat” und schimpften es in Schund und Schand, doch nun ist es das “Stöckchen”, das den Ton angibt und schon herrschten Ruhe und Frieden vor.
Hätte sich Karl nicht dazu erbarmt, den Wohltäter zu mimen, wäre auch das hier eine weitere Leiche auf dem Weg zur Raubmordkopie, wenn schon kein legitimes Stockgebilde.
Ehe man mir gar spielverderberische Züge nachsagt: Fürchtet nicht, an Karls 15 läppischen Euronen, die den Kontostand eines jeden einzelnen von uns bedeutend schmucker gestalten könnten, wenn wir nur wollten, bin ich nicht im Geringsten interessiert, schnöder Mammon und weltliche Werte liegen mir fern. Sollte er jedoch einen PayPal-Account sein Eigen nennen, wäre ich ihm um entsprechende Überweisung durchaus verbunden, andernfalls darf er sich hingegen verpflichtet fühlen, mir Punktestand und Platzierung hinter vorgehaltenem Beiwerk aus aller Herren Länder Blumen zu vermitteln. Wir werden sehen.
Ein Blog wie dieses, das ist hoffentlich selbstredend, erblickt nicht ohne eine gewisse Grundintention, ein Ziel, das viel Unfug rechtfertigen sollte, das Licht der Welt. Zwar mögen Ursache und Wirkung zwangsweise nicht einhergehen, doch ward Existenz abseits der Folgen glückloser Mittel zur Verhütung nie ohne diverse Beweggründe. Seht ihr, Gott schuf das Paradies aus eben dem einen Grund, um Adam und Gefolge, zu dem auch wir uns zählen dürfen, auf die Erde zu verstoßen. Der Mensch ist Sünder, weil er von einem Tunichtgut abstammt und das geht entweder auf Kosten schlechter Schreiberlinge, die moralische Lehren und Predigten inform halbgarer Fantasy an den Mann brachten, oder Gott hat schlicht den gemeingehässigen Sadisten gespielt. Wahlweise ist er auch einfach nur ein minderbemittelter Idiot, denn was jeder hat kommen sehen, war allem Anschein allein dem Herren nach verborgen. Unter welcher Prämisse er nun die Schlange schuf, ist mir bis heute ein Rätsel.
So viel zum Allmächtigen. Ein paar Stufen tiefer hätten wir dahingegen Zaku-sama _himself_ vorzuweisen, der sich von Beginn an seiner Sache so ziemlich sicher war. Pseudo-Eloquenz war mir, nennt’s Glück, Herz, Liebe oder sonstwas, seit jeher in die Wiege gelegt und was mit Potenzial gestraft ist, das hat sich zu entfalten oder kümmerlich einzugehen. Aus naheliegenden Gründen beruft man sich guten Herzens vorzugsweise auf ersteres.
Kein Beweggrund jedoch ohne Vorbild. Als Triebtäter und Hirte herdeloser Schäfchen war Sankt Melonpan, heutzutage im Ruhestand – Gott habe ihn und seine Erzeugnisse, wenn auch nicht seinen Twitter-Account selig – vorzutreffen und noch vor einanhalb Jahren die Ikone der deutschen Bloggerie-Betriebe schlechthin. Hier war ein Mann am Werk, der aus jeder einzelnen noch so verquasteten Synapse seines Denkkastens, der immer wieder nach Eingriff von gesundem Menschenverstand schrie, Nutzen zog.
Ein Melonenbrot war mit Komik, Charme und geeigneter Wortwahl gesegnet, da lässt sich schlecht streiten und wie wir zumindest seit dem kleinen Zauberlehrling aus Hogwarts wissen, ist Witzigkeit im Übermaß des Menschen größter Schatz.
Reimt sich nicht, ist Firlefanz und eignet sich nichtsdestotrotz bei Bedarf als Redewendung unter Kennern, wenngleich der Kreis der Eingeweihten schon längst nur mit schnöder Quantität zu bemessen ist.
Man darf sich zwar durchaus berechtigt fragen, inwiefern das Haupt all derer, die sich mittels geistiger Ergüsse in den Weiten des Netzwerkes mit Ruhm zu bekleckern versuchten, noch recht bei Trost war, ehe es rollen durfte und ob gescheiterte Selbstpräsentation im Zeichen des postmodernen Exhibitionismus jemals das Feld der sexuellen Belästigung überschritten hätte, weil manliness™ nicht gleich AWESOME ist, zumal auch rosa Farbtöne auf eine gespaltene Persönlichkeit hinwiesen, doch darf man Melonpan unumstritten den Meister und Fachmann seines ganz eigenen Gebietes schimpfen.
So oder – und das trifft es schon eher – so ähnlich wollte sich unsereins ebenfalls versuchen, mit Bedacht und etwas bescheidener jedoch. Ihr wisst schon, einer macht’s vor, die Meute trottet gehorsam in Vollzahl hinterher, auch wenn der gute Mann an der Front genauso wenig Plan davon haben dürfte wie wir, wohin er nun latscht, denn im World Wide Web ist genug Platz für alle da, Narrenfreiheit soll bekanntermaßen gerade hier keine Grenzen kennen, jedenfalls wird sie im Sekundentakt regelmäßig gesprengt.
“Von Moe und Meidos”, nunmehr Rezept eines jeden erdenklichen drittklassigen Tagewerks der Blogosphäre, so der inoffizielle Leitspruch der Anlaufstelle erster Güte in unserer Szene, prägte sich das Popcornkino, mangels Alternativen lag der flinke Griff zum Junk Food denkbar nahe.
Der Grundgedanke zum Verrichten eigener Übeltaten war folglich nur allzu einfach gestrickt: “Was der kann, das will ich auch können.” und so dürfte es nicht wenigen Vertretern unserer Zunft ergangen sein. Der ein oder andere mag sich verhoben haben und insbesondere in deutschen wie anderssprachigen Castingshows darf man bewundern, wie sich manch ein Gesangstalent auf dem Weg zu ewigem Ruhm selbst ins Bein schießt, doch hat der Mann mit Gebäck im Titel den Grundstein dessen, was heutzutage die elitist faggotry auszeichnet, gelegt und entschieden geprägt.
Sinn und Zweck eines Blogs war es seit jeher, seine eigenen Gedanken in selbiger Fassung mit Stift und Zettel auf Blatt Papier zu bringen. Ich bin eine attention whore. Ich schreie meine Meinung in die Welt hinaus und dies in der Hoffnung auf Gleichgesinnte. Es sind meine Ansichten, die dieses Blog wiedergeben und jeder der seiner eigenen Waffe an Worten Schmied ist, tut gut daran, sie nicht der still-schweigsamen Vitrine zu widmen.
Ich blogge, also bin ich. Was nützen mir Podcasts, Bilderspams, einseitige Berichterstattungen, schnöde News und sonstiger Kokolores, wenn ich nicht von den elementaren Bestandteilen meiner Platform Gebrauch mache, mich geschweige denn selbst verherrliche. Es ist mir schier ein Bedürfnis, Kritik in Scharen in den Raum zu werfen, gleichermaßen jedoch zu loben, was zu loben ist, jeden Brocken Mist verbal zu missbrauchen und doch jegliche Hoffnungsschimmer wortreich zu erläutern, das ist es, was meine Meinungen und Ansichten formt und nichts Anderes hat sich auf einem Blog wiederzufinden.
Konstruktive Kritik ist eine Mangelware, anders hat das auch nicht zu sein. Kritik dient zwangsweise nicht dem Ziel revolutionärer improvements, ich mache davon Gebrauch, weil ich mich ausdrücken will.
Ergo: Bloggen ist Selbstverherrlichung und Eigenpräsentation, alles Andere ist Schwachfug.
Und das war der Schneeball, der eine weitere Naturkatastrophe auslösen sollte:
Am Anfang war der Gedanke, daraufhin sollten sich schließlich Worte finden, viele, mitunter auch mehr denn genug und schlussendlich befand man sich mit einem eigenen Blog am Start. Der Einstieg in WordPress ist, wie nicht zuletzt an dieser Stelle am eigenen Leib zu erfahren ist, doch durchaus geglückt, wenngleich sich erhebliche Startschwierigkeiten, ein Hoch auf manch Benutzerunfreundlichkeit und Schikane, im Allgemeinen abzeichneten. Mag ebenfalls auf meine damalig dilettantisches Vorgehen zurückzuführen sein, denn aller erster Schritte sind bekanntermaßen kein Kinderspiel und nur unter Leibeskräften getätigt, aber was letztes Endes hat so sein sollen, glückte wie vorgesehen.
Meine Vorstellungen der idealen Führung des Durchschnittsblogs zugunsten eines reinrassigen Nischenzweigs waren dementsprechend stark geprägt von melonpan(i)schen Idealbild: Episodenreviews galten in meinen Augen als gang und gebe. Fragt nicht, ich wüsste selbst ganz gerne, welcher Teufel mich damals geritten hat, dass ich des Wahnsinns fette Beute war.
Es waren auch die kurzweiligen Zusammenfassungen aktueller Thematiken, die mir, stets in Kombination mit mehr oder minder geglückten Screenshots, stets den größten Reiz zu verüben schienen. Die Richtung meines Blogs war von diesem einen Kurs geprägt: Episodenreviews. Der sollte schon irgendwie von selbst kommen.
Man darf vermerken, dass sich meine Lebensaufgabe als Fehlgriff etabliert hat. Ich bediene die Nische in der Nische in der Nische, der arme Schlucker sollte arm bleiben und dass sich nach anfänglichen 800 Worten den Artikel knapp das Dreifache als Norm im Grundstein meiner haarspalterischen Detailanalyse zu vererwigen hatte, war sicherlich ebenfalls kein geschickter Zug, denn garantieren zeitraubende Aktivitäten nicht den größten Erfolg.
Der Leser sucht sich sein Blog, so, nicht anders und unter Garantie auch nicht umgekehrt, folglich mag man noch so intensiv zur Tat schreiten und am Feinschliff feilen, sollte sich das gemeine Volk nicht willentlich auf ein- und dieselbe Wellenlänge begeben, ist Sense mit der Wunschvorstellung. Den Mekka in der Hand, der Thron dennoch fernab.
Artikelarmut war die letzte Sorge meines Selbst vor 1,5 Jahren. Den sommerlichen Sommer des Jahres 2009 am Start, begab man sich im Rundumschlag ins große Business. “Klotzen, nicht kleckern”, das war bereits damals die leitgebende Phrase des Wahns um japanischen Zeichentrick und von Umineko bis hin zu Yoku Wakaru Gendai Mahou waren stolze 4 Serien im Gesamtpaket vertrieben. Rückblickend kann ich von zermürbenden Zuständen sprechen, doch merkt ein Dämlack das Feuer nicht, bis es selbst in Flammen zusammenbricht. Motivation war gegeben, Leidenschaft und Mut zu mehr obendrein. Keine 2 Monate später war dem bereits anders.
Mittlerweile führe ich lediglich die Hälfte an Serien im wöchentlichen Repertoire und das ist auch gut so. Ich mag nicht bestreiten, dass meine Art und Weise, “Stichpunkt Blog” anzugreifen, auch weiterhin keinen Optimalfall gelungen darstellt, doch was ein Blog auszeichnet, das ist Infotainment und mit sage und schreibe 4 Anime im Gepäck hätte der geneigte Leser nicht zuletzt in Sachen Abwechslung ein gutes Recht, das ein oder andere Wörtchen mitzureden.
Nun ist’s usus, dass ich regelmäßig zu Diskussionen anrege, ich habe mir insofern ein wesentlich kommentarabdingbareres Milieu geschaffen, an dem auch der Leser als Quintessenz des Ganzen zu jedweder Thematik seinen Teil beitragen kann. Ein Politblog hat stets den Reiz, den Menschen zu aktiver Beteiligung anzuregen und während sich eine geeignete Themenwahl stets begrenzt gibt, ist das Potenzial einer solchen Methodik schier unerschöpflich und aus diesem Grund war es mir nie zum Schaden, mich auch jenseits des Tellerrandes zu versuchen, wenn auch nur vereinzelt, doch ich strebe es auch weiterhin an, in den Grundzügen eine austauschfundierte Homepage zu betreiben.
Heutzutage verfasst man im farblich wesentlich blässerem Gewand, doch auch nach mehrmaligem Erwägen eines vorzeitigen Abschieds von der unbezahlten Arbeit im Zweitage-Takt, die sich, unter Kategorie “Berufsrisiko” zu vermerken, doch zuweilen gänzlich anders erwies als ausgemalt, da sich mit zunehmendem Pensum und indirekt proportionalem Fried- und Freudeverhalten die Schattenseiten eines jeden alltäglichen Rituals bemerkbar machen, findet sich meinereiner im festen Rhythmus an der Tatstatur vor. Manchmal weiß ich eigentlich nicht so recht, wozu nun all die Prozedure im Überfluss, wenn der Spaß in merkbar unangenehmeren Farben und Formen ausartet, doch dass ich die Tasten noch immer beehre, heißt wohl, dass ich etwas Falsches gemacht und doch die richtige Wahl getroffen habe und dies auch noch heute konsequent durchziehe.

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