Nachwort: Spring-Season 2010
Es ist erneut soweit. Mit allerhand Verspätung – wenngleich all jene Blogger, deren Fazit sich bereits nach 2 Folgen fällt, lediglich mit einem spöttischen Lächeln meinerseits konfrontiert werden – trudelt nun auch der Überblick der aktuellen Season ein.

Hier erfährst auch du, was zu konsumieren und was ein Fall für die Tonne ist.
Die Serien sind alphabetisch angeordnet, Textmangel mit fortschreitendem Verlauf resultiert somit aus purer Unlust meiner Wenigkeit aus Einbildung.
Angel Beats!

“Im Himmel ist die Hölle los”, so die AniminiA. Es geht “fanservicelastig zur Sache”, so die AnimaniA. Schundblatt, schnödes.
Während man einer gewissen Zeitschrift ihre makelhafte Recherche durchaus verübeln kann, sind die obligatorisch falschen Erwartungshaltungen des Publikums an dieser Stelle nicht zu verdammen. Angel Beats! sprach ich bereits im Voraus ein wesentlich ernsteres wie durchdachteres Setting zu. Meine Schuld. Die Schuld des Trailers. Der Schuld eines eigenvernarrten Jun Maeda. Ich weiß es nicht.
Fakt: Angel Beats! ist nichts von alledem. Angel Beats! mag zwar von allem irgendetwas haben, geht jedoch an schlichtem Platzmangel zugrunde. Und der Inhalt überzeugt aufgrund solcher Probleme nicht.
Aber Zaku-sama, Angel Beats! bietet doch ausreichend Drama und Comedy!
Das stimmt. Keineswegs zu leugnen. Doch ist Masse nicht stets klasse, in diesem Fall ohnehin nicht, und bietet Angel Beats! in einer Folge mehr Comedy und Drama als andere Serien in einer ganzen Staffel. Das kann nicht gut gehen? Kann es auch nicht.
Bereits Umineko bewies, dass ein entsprechend großer Cast mit entsprechender Screentime gesegnet sein sollte, andererseits lässt sie missen, die Charaktertiefe. Die Grundzüge sind definiert. Doch Potenzial, sich zu verwirklichen, ist lediglich Otonashi, Yuri und Tenshi gegeben, der Rest ist kaum von Belang. Stellenweise sind sehr interessante Charaktere vertreten, die im Trubel schlicht und ergreifend untergehen. Insbesondere sollte man(n) einen Blick auf GirlDeMo, die organisationseigene Schulband werfen: Entweder, das Studio melkt sie bis zum “Muh-nicht-mehr” durch und haut eine Scheibe nach der anderen zu Wucherpreisen auf den Markt(nicht, dass in Japan auch nur ansatzweise technische Produkte billig wären…), oder man besinnt sich auf die sog. “Handlung” zurück. Die Bandmitglieder sind somit verwirkt, insbesondere Irie und Sekine, deren Namen innerhalb von 8 Folgen geschätzte zweimal fielen, haben unter dem knappen Zeitbudget zu leiden.
Desweiteren ist der Serie anzuhängen, dass sie von ihrer Präsentation lebt. Edellook, herbeigeführt durch Lichteffekte, schmuckem Charakterdesign und sonstigen animtionstechnisch unrelevanten Anhängseln verkauft Katzengold als Aurum.
Der Inhalt ist hingegen dürftig: Sofern wir nicht damit beschäftigt sind, uns mit 4 Konzertszenen die Folge zu balgen, weisen sich die Mängel der Serie mehr und mehr auf. Als Vertreter der Tragikkomödie in frühsommerlichen Gefilden begeht AB! den elementarsten Fehler seit Menschengedenken: Dem Werk mangelt es an Harmonie. Auf belanglose Blutbäder folgen Witze, tragische Vergangenheiten, Falschbenennungen und anderartige Abstrusitäten. Der Inhalt mag noch so gut sein – in der Tat ist ein guter Kern vertreten – der Funke springt nicht über. Die Harmonie lässt missen, die Übergänge erweisen sich als katastrophal, zwar mögen die typisch tieftragischen Vergangenheiten der Charaktere ein bitteres Nachgefühl erzeugen und sind auch jeden Rewatch/Sub wert, doch sieht sich der Zuschauer – meine Wenigkeit – dazu verdammt, die Regie zu verteufeln. Einen menschlichen Gartenschlauch beim Konsum eines Angel Beats! imitieren? Da lache ich. Nicht aber vor dem Bildschirm, denn der Humor ist Grütze. Zumindest war er es. Neuerdings vermag die Serie gar mit primitivsten Witzeleien und Recycling zum Schmunzeln animieren, sofern uns nicht binnen Sekunden das nächste, EMOtionale Vergangenheitsdrama heimsucht.
Die SSS, soll heißen Yuris Mobbing-Fraktion, stets darauf bedacht, Klein-Tenshi eines auszuwischen, ist nicht nur dämlich, sondern schlichtweg dumm. Eine miserabelst koordinierte Ansammlung von unterbelichteten Spinnern. Weder hat der Witzverein einen Plan, gegen wen er kämpft, noch was er überhaupt tun soll. Egal. Thighhighs-Queen Yurippe wird es schon irgendwie richten. Und mit solchem Verfahren schießen sich die Mannen Folge für Folge ins Bein. Gratz, wenn das mal keine Heldentruppe ist.
Doch hat Angel Beats! nebst grottigem Humor, Ressourcenverschwendung, überflüssigem Schnickschnack und hirnrissigen Aktionen noch viel mehr zu bieten: Plot Holes.
Es wimmelt geradezu an Widersprüchen. Das Verhalten der NPCs stimmt stellenweise nicht überein, Charaktere verhalten sich unnachvollziehbar dumm und tätigen reihenweise Aussagen, die so oder so ähnlich nicht passen wollen. Alles der überdramatischen Inszenierung zuliebe, die aufgrund Platzmangels sowieso wieder in die Hose gehen wird.
Ich bezweifle, dass uns innerhalb der verbleibenden Episoden ein vernünftiges Ende aufgetischt wird, zumal die bereits dritte Folge das System der Welt Tenshis erahnen ließ.
Aber Zaku-sama, wenn, wie du fälschlicherweise in deinem blinden Hass beschrieben hast, dir die Serie nicht zusagt, wieso um Himmels Willen erleidest du diese Höllenqualen? Du bist doch einzig und allein darauf bedacht, jedermann die Serie durch deinen unkonstruktiven Bash zu versauen.
Gewiss. Meine Beweggründe, Angel Beats! zu verfolgen, bloggen und subben, sind folgende: Der Kern ist nett, das Setting interessant, sämtliche Hoffnungsschimmer noch nicht ausgeräumt, das Werk ist unterhaltend und sieht sich mittlerweile mit dem Trash-Status beglückt. Die positiven Seiten des Werks finden sich im Unterhaltungsfaktor wieder. Apropos bloggen: Ich übernehme eure Pflicht der Informationsbeschaffung, soll heißen: Ich schaue es, damit ihr es nicht schauen müsst.
6 von 10 Punkten.
Arakawa under the Bridge

Was KyoAni der Moe Blob, das Shaft die Spinnereien. Eine verrückte Serie benötigt ein verrücktes Studio. Und Drogen. Andernfalls wäre das Experiment nicht genießbar. Wie ich das nun wieder meine? Ärm…
Shaft hat sich mit Bakemonogatari bewährt und setzt nun im Rampenlicht seinen Erfolg fort. Fakt ist: Was bei Bakemonogatari klappte, mochte hinsichtlich Dance in the Vampire Bund nur mäßig funktionieren, Arakawa betreibt hingegen den obligatorischen wie chancenlosen Overkill.
Arakawas Shaft-Counter steigt gewissermaßen ins Unendliche:
-Shaft-Sprecher
-Die typische Augenaufschlagszene
-Schnitte, deren sinn- und verstandloses Vorgehen als Kunst verkauft wird. Moderne Kunst.
-Charaktere, die allesamt einen Sprung in der Schüssel haben und sich die klischeehaftesten Komplexe aneignen.
Man werfe eine Ansammlung an Charakteren, deren Macken-Pensum von Himmelsbedeckung bis zur Identität einer Außerirdischen reicht, in den Shaft-Mixer, betätigt den Shaft-Button, shafte das Ganze gut durch und befördere es auf den Shaft-Güllehaufen unter die Brücke. Geshaft! Das Experiment ist geglückt!
Kurzum: Arakawa ist der Abgrund des Studios. Es mangelt an Kreativität und Liebe, der Zuschauer sieht sich mit einer Rohfassung sämtlicher deordinärer Materialen beglückt. Der Humor ist zu abstrus, um als “unvorhersehbar” zu gelten, unterhält jedoch. Stellenweise. Denn: Langatmige Szenen sind… lang.
6,5 von 10 Punkten.
B Gata H Kei

Wähnte ich bereits im Vorfeld B Gata H Kei bereits als die Verkörperung des Verfalls unserer schönen Anime-Industrie, derer wir uns doch stets mit wärmsten Worten und kaum Knete bedienen, so revidiere ich an dieser Stelle meine Aussage.
B Gata H Kei ist ganz große Klasse. Es ist ein Werk mit Witz, Charme und netter Charakterkonstellation. Protagonisten Yamada ist die liebenswerteste Hobby-Schlampe aller Zeiten. Zwar mag sie anrüchig sein, ist aber mit nipaa~nipaa~-Seiyuu Yukari Tamaru gesegnet und weiß, was sie will: Sex. Das Erlebnis der Erlebnisse in XXX-Fassung. Massenweise. Hundert Dummies, so das Ziel. Doch ist sie sich bewusst: Wer große Taten vollbringen will, muss erst klein anfangen. Mit Kosuda, ihrem weniger versauten Gegenstück und Hobby-Photograf.
Schnell jedoch sieht sie ein, dass Kosuda ihr mehr bedeutet als ursprünglich beabsichtigt. Denn auch wenn an Kosuda nichts – aber auch wirklich gar nichts – für ihn sprechen könnte, so hat er doch ein einziges Pro zu verzeichnen: Er ist nett und hilfsbereit.
Mehr benötigt es in sämtlichen Streifen Japans wahrlich nicht, um den Frauen das Herz zu verdrehen.
Wohl oder übel findet sich das unglücksverheißende Pärchen zusammen, ist sich jedoch der eigenen Sache so unsicher wie der des anderen, so scheitert Kosuda nicht selten an der Übersetzung Yamadas kryptischer Gedankengänge wie ein Babelfish an meinem Blog. We’re all sitting in one boat. Kennt man.
Kurzum: B Gata H Kei demonstriert die erfolglosen Versuche zweier Mittelschüler, sich gegenseitig ihre Unschuld kurz und klein zu schlagen. Simpel, aber unterhaltend. So war es zumindest einmal, denn seit gefühlten 3 Folgen ist BGHK auch nicht mehr das, was ich ihm ansprach. Die Serie befindet sich auf einem absteigenden Ast und verkommt zur Standardunterhaltungsware, der missenden Originalität sei Dank.
7 von 10 Punkten, mit absteigender Tendenz versehen.
Zaku-sama, ich bin enttäuscht. Sport ist Mord. Wir kannst du nur? Du weißt eindeutig nicht, was gut für dich ist[K-ON!, weitgehend als anspruchsvollste Unterhaltung aller Zeiten bekannt]. Sport in Anime. Ieeeeeeeeeh.
Das ist der Pöbel. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er auch nicht. Doch nicht so meine Wenigkeit! Mit offenen Armen bin ich bereit für neue Erfahrungen, nehme alles auf, seien es nun Fußbälle oder Granaten. Kurzum: Giant Killing ist mein erster Anime der Marke Sport. Mehr oder minder. Und die Serie gefällt.
Aber Zaku-sama, ehe ich Sport in Zeichentrickversion mitverfolge,
genieße ich Fifa 200Xbetreibe ich echten wie ansprechenden Sport.
Und wem auch immer Geballer am Bildschirm behagt, läuft Amok. Hatten wir schon, die These.
Nun lasst mich meine nicht vorhandene Würde verteidigen: Giant Killing bietet, was das Herz begehrt – Drama, Anflüge von Humor, seichte Unterhaltung, Charakterkonstellationen und ist dem Durchschnittcharakter mit 0.005% mehr Screentime als seinem Angel Beats!-Pendant geboten. Die Mischung macht es. Die Tracks stechen nicht heraus, untermalen das Geschehen allerdings passabel, die Animationskost ist typisch DEEN – somit mit nicht wenigen Standbildern und einigen Patzern insachen Charakterformation versehen, doch fallen solcherlei Mängel kaum ins Gewicht.
Das Auf und Ab des Teams ist mit Spannung mitzuverfolgen, die Definition von Fußball wird mehr und mehr umgekehrt, aus Taktik mach ein Spiel mit der Psychologie und der Sieg ist in der Tasche. Tatsumi kennt seine Untertanen besser als sie sich selbst. Badass Badassery vom Allerfeinsten, insbesondere Ginos dreiste Wesenszüge sind jeden Lacher wert.
Giant Killing ist das, was Shino in sein eigens konstruiertes “Gute Laune”-Genre einteilen würde, wäre er nicht der Moetaku, der er eben ist.
Kurzum: Giant Killing ist jede Folge Wert. Stellenweise flüssiges Englisch(legendär, die “You have the luck.”-Aussage), Französisch, selbstverständlich auch Japanisch und andere Völkerkrankheiten sind zweifellos ebenfalls amüsant anzuhören.
7 von 10 Punkten.
Hakuouki

Hakuouki, der Shoujo mit Yaoi-Elementen, einem überproportionalen Male-Harem, Schwertern, Potenzial und altjapanischem Setting. Der Drop nach erster Folge resultierte aus der geradezu lieblosen Aufmachung, denn täuschen die vereinzelt ansehnlichen Szenen nicht über die zähe Verfassung hinweg.
Die Charaktere mögen Interesse erwecken – abgesehen von der mit Reversed Trap-Status versehenen Protagonistin(alles hat seine Grenzen…) -, doch die Serie tut dies nicht. Die Standbildkost trägt einen Großteil zur Verunglimpfung der Unterhaltung bei, die Tracks sind der reinste Witz, fallen dröge aus und kaum auf und ohnehin scheint mir, dass Hakouoki hinsichtlich musikalischer Untermalung mit Mangelerscheinung bestückt ist.
4 von 10 Punkten, Drop nach erster Folge.
Ichiban Ushiro no Daimaou

Was ein Titel…
Ichiban Ushiro no Daimou ist die positive Überraschung dieser Season, wenn es nicht B Gata H Kei sein sollte. Die ersten beiden Folgen verhalten sich zugegebernermaßen unterhaltungstechnisch auf unterem Niveau, doch schießt der Rest schlichtweg den Vogel ab. Angespornt durch die zahlreichen Lobeshymnen, sei es nun durch Blogger oder DNler, wagte ich einen Blick auf das Werk und habe mein Handeln nicht bereut, im Gegenteil: Die Serie ist klasse!
Man mache sich ein Bild davon, wie gelungen Superpowers, School-Setting, Comedy, durchschlagskräftige Ecchi-Elemente, Drama, vereinzelt Slice of Life und der/das zweckmäßige Harem auszufallen vermögen.
Das Setting ist dem eines Mahou Sensei Negima! nicht unähnlich und überzeugt mit ähnlichem Charme, Sai Akuto, Hauptcharakter und Glückspilz, darf sich zu der minimalistischen Anzahl an Haremhaltern zählen, die meinereiner als nachvollziehbar und ernsthaft erachtet. In kurz: Er ist ein Unikat.
Die Haremetten wissen ebenfalls zu überzeugen, zwar mag Junko in ihrem aufbrausenden Typus erst schlagen und dann fragen, verspielt sich somit bereits von Beginn an sämtliche Sympathiepunkte und ist auch Keena kaum zu gebrauchen, doch ist insbesondere Korone der Konsumgrund schlechthin: Sie ist dreist, sie ist direkt und benimmt sich in ihrer Funktion als neutraler Beobachter stellenweise gar kontraproduktiv. Nicht überzeugt?
Der Action-Anteil reißt mit, die Handlung bietet Wandlungen und ist durchaus von Unterhaltsamkeit, Drama und Comedy gefähreden sich kaum, Letztere ist ein erhoffeter Heilsbringer und überzeugt durch und durch. Der Fanservice, dem ich lobend gesunde wie delikate Thighhighs zugute halten kann, lässt nichts unversucht und geht auf die Barikaden. Es mag durchaus sein, dass auf DN von hinten nach vorne durchdiskutiert wird, ob solcherlei Einlagen in besagter Serie notwendig sind(. . . kein Kommentar.), doch wird traditionell alles, schlichtweg alles durchdiskutiert(was auf 4chan die Hirngrütze, dass auf DN mehr oder minder sinnige Diskussionen), sei es nun die Klimaerwärmung, ein Rand des Universums oder der Niedergang einer Streichholzfabrik in Kanada, doch sollte man sich insbesondere auf die eigenen Erwartungshaltungen besinnen. Eine weitere Frage, die zu thematisieren ist: Wieso passiert mir sowas eigentlich nie? Und wieso erntet die grünhaarige Badass-Haremette aus dem Nichts dermaßen wenig Screentime? Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Solcherlei *nosefapfapfapbleed*-Einlagen müssen gefördert werden. Ich würde zu gerne in solch einem Klammergriff Deluxe zugrunde gehen…
Ichiban Ushiro no Daimou unterhält auf jede erdenkliche Art und Weise, hat meine Begeisterung inne und darf sich zu den Gewinnern der Season zählen.
7,5 Punkte von 10.
K-ON!!

Nun wird es blutig. Es wird. Macht euch auf etwas gefasst, ihr Narren jenseits des guten Geschmacks.
Aber Zaku-sama, K-ON!! ist doch ein “guter Laune-Anime”!
Und meine Laune ist schlecht. K-ON!! vermag dies nicht aufzubessern.
Ich versuche mich von einer neutralen(lacht nur!) wie wahrheitsgetreuen Perspektive, indem ich mich daran versuche, dass uns allen unbekannte Konzept der Serie zu verdeutlichen.
K-ON!! behandelt die belanglosen Slice of Life-Abenteuer einer Band, 5 Mädchen an der Zahl, deren größter und unerreichbarerTraum es ist, Budokan zu stürmen und die Charts mit ihrem Girly Rock revolutionären Pop aufzumischen, indem sie in den täglichen Sitzungen Möbelhäusern einen Besuch abstatten, picknicken, sich eine Schildkröte zulegen und sich gefühlte fünfmal am Tag mit Tee und Kuchen abspeisen. Nebenbei betreiben sie vereinzelt die hohe Kunst der Musik und lassen jeder 6., gar 7. Folge die Instrumente erklingen. Gepaart mit einem Brechreiz-Design, gänzlich vorhersehbarem Humor, vielen Klischees, IQ-senkenden Taten und five clumsyness-Einlagen per Second schlug sich der Vorgänger im vorigen Jahr an die Spitze und erkämpfte sich den 2. Platz. Das, meine werten Herren, ist K-ON!(!).
Bisher hat mir niemand verklickern können, wieso und warum eigentlich K-ON!(!). Arh, verzeiht, in meinem leicht negativen Gemütszustand habe ich doch das Non-Plus-Ultra, das wichtigste Element japanischer Zeichentrickfilme und den Kassenschlager schlechthin außer Acht gelassen:
Aber
Basher-sanZaku-sama, K-ON!! ist Moeness für und an sich! Moe Moe Kyun~, Moe Moe Kyun~, Moe Moe Kyun~
Und mir sagt das sogenannte “Eye Candy”, welches K-ON! seit Menschengedenken als Verkaufsargument ge- und missbraucht, aufgrund des Charakterdesigns ohnehin nicht zu. Ein gewisser Moetaku, der Anonymität halber auf “sH1N0~b4kUr4″ umbenamst(Dechiffrierung auf eigene Gefahr), mag mir noch so sehr erläutern, wieso ich nun total fies und blöde mit dem Werk verfahre oder gar zu begründen versuchen, ich lehnte doch alles, was Karies mit sich ziehe, ab, um es daraufhin zu verteufeln, K-ON! ist das Kämpfer der Musik und gibt gar einen erbärmlicheren Auftritt als der pseudo-deutsche Titel ab. An die weniger begeisterte Leserschaft, deren Temperament bereits seit Angel Beats! am Kochen ist: Der Reputationsbutton befindet sich weiterhin an Ort und Stelle, sternt mich!
Ehe ich es vergesse: Die Animationen befinden sich auf überdurchschnittlichem Niveau, das soll gesagt sein.
4,5 Punkte von 10, Drop nach dritter Folge.
Mayoi Neko Overrun!

Auf das große Übel folgt stets ein weiteres, wenn auch geringeren Ausmaßes.
Mayoi Neko Overrun! gibt sich als Katzenzeichentrick Japans dieser Season. Als erwähnenswert, dass die Serie sowohl Himari als auch Nyan Koi! unterlegen ist, ist das nicht zu betiteln.
Ich habe es bereits von Anfang an kommen sehen: Mayoi ist Schund. Doch was soll man machen? Thighhighs, Zeichenstil und der blödsinnige Schwur, die Nekomimi-Rate der Season konstant zu erhalten, überzeugen nun eben doch mehr oder minder, insofern möge mir mein eigenmächtig’ wie egoistisches Handeln verziehen sein.
Was ich nicht habe kommen sehen, sind Lust und Laune der Serie. Mal hü, mal hott, nichts lässt das Werk unversucht, um den Zuschauer für sich zu gewinnen, sodass ein Qualitätsfall und -auf zum Tagesgeschehen mutiert. Die Katzen in der Achterbahn.
Die unüberschaubaren Differenzen finden ihren Ursprung in den experimentellen Trieben der Verantwortlichen: Jede Folge ein gänzlich anderer Direktor.
Das kann nicht selten in die Hose gehen, man werfe insbesondere einen Blick auf die beiden sterbenslangweiligen Erstepisoden, doch kann der Versuch ebenso glücken, Folge 3 war der Inbegriff guten Dramas, die vierte Folge der Witz schlechthin(aufgrund der 2-minütigen Ping Pong-Szene sehe ich mich geneigt, dem Titel das Sport-Genre zuzusprechen), oder das Bestreben auf Abwechslung endet in einer Katastrophe: Folge 7, die unobligatorische Mecha-Folge, zählt sich nun zu meinen Schlimmsterfahrungen in Sachen Anime. Transformers, denen die Möglichkeit gegeben ist, eigenständig zu agieren wie artikulieren, sehen sich von 3 Haremetten, deren delikate Kampfanzüge uns die ganze Folge über verwehrt bleiben, manövriert und liefern sich mit einem Klotz von Endboss mit einer Geschwindigkeit von 3 Kilometern die Stunde “rasante” Gefechte. Ein Mecha-Streifen fern jeder Dynamik ist die Langzeitanimation des Epic Fails per se. Und dass die Meidos nicht miteinbezogen wurden, nehme ich dem Ex-Direktor übel.
Die Charaktere entspringen stereotypischen Mustern, die Grundzüge Takumis, Protagonist und Haremhalter, könnten einer Tapete entsprungen sein, seine Kindheitsfreundin ist eine olle Tsundere und wünscht ihm alle 3 Sekunden gar den zweifachen Tod, sei es nun, weil sie in exhibitionistischen Zügen durch seine Wohnung tänzelte und er ein weiteres Mal mehr gesehen hat als er hätte sehen dürfen(seine Schuld…) oder weil er ihr schlichtweg nicht die nötige Aufmerksamkeit von 24/7 zukommen lässt. Der Silent moe Char, sowie die rotzfreche Göre sind ebenfalls vertreten, random Shounen J als auch der klassische Otaku-Freund geben sich ebenfalls die Ehre. Auch das Original, welches satte 3 Folgen in ein Kapitel unterzubringen wusste, überzeute mehr. Die 3D-Effekte sind nebenbei geradezu auffallend verteilt und scheußlich anzusehen. Dass man an den Meidos spart, ist jedoch nichts Neues.
5 von 10 Punkten.
Rainbow

Das sagenumwobene Rainbow, ein Werk, welches sich Urteile häufiger durch den Titel verdient hat als man es annehmen könnte – zur Allgemeinbildung: Yaoi ist nicht vertreten, es sei denn, das Publikum will wie gewohnt mehr sehen, als aufzufinden ist -, unter Anderem auch als solider Titel auf meinem Blog gelobt.
Korrekt: Rainbow ist solide. Oberer Durchschnitt. Mehr jedoch auch nicht.
Das brutale wie unmenschliche Leben einer Gruppe an Sträflingen, 7 sind es an der Zahl, verfolgt der Zuschauer vor Gittern mit. Zwar sind sich die barschen Burschen vorerst nicht geheuer, wie der anfänglichen Prügellei – Einweihmaßnahmen – zu entnehmen ist, doch werden aus Leidensgenossen flugs die besten Freunde hinter Schloss und Riegel. Man hält für andere die Stirn hin – oder auch die Hand -, beweist mehr Kameradschaftlichkeit als alle Sträflinge zusammen, macht gemeinsam Gebrauch von gebunkerten Zigaretten oder deckt gemeinsam den Sündenbock, sodass nicht nur ein Schäflein, sondern gar sieben Schäflein Federn, ärm, Wolle lassen müssen.
Rainbow bietet Wendungen und unterhält gut, legt insbesondere einen Fokus auf die Charakterbeziehungen, welche mitunter kitschig bis übertrieben wirken, begeht den ein oder anderen Anime-typischen Fehler, sodass an der Glaubwürdigkeit stark zu zweifeln ist und macht Gebrauch vom schlichten Gut-/Böse-Schema. Auf der guten Seite der Macht befinden sich traditionell unsere unschuldigen Häftlinge, deren tragische Hintergründe sich insofern von Angel Beats! unterscheiden, dass nicht andere das Leben ihrer ruinieren, sondern sie in Krisenzeiten selbst ihr Leben in die Hand nahmen, ins eigene Bein schießt es sich doch immerhin am bequemsten. Doch auf der anderen Seite, wie gewohnt unanfechtbar, mit Knüppel und fiesen Gesichtszügen versehen, findet sich nebst einem schrulligen alten Tantchen, deren Übermut ihren sexuellen Gelüsten nicht unbedingt in die Quere kommt, und einem netten, schwulen Onkel Doktor, dem ich guten Bauchgefühls Pädophilen-Status zuschreiben kann – ach, was würde es mich wundern, wäre Nekrophilie im Baukasten der turbulenten Triebe ebenfalls vertreten – noch ein weiterer Bösewicht vor: Er, Ishihara.
Ishihara ist der Leiter des Zentrums – pardon, ist er nicht, auch wenn er sich dergleichen benimmt und Vollmacht innehat -, ein echt übler Bursche und lediglich durch Sakuragis Todesblick zu bannen. Sein Zeitvertreib ist es, Sakuragi auf jede erdenkliche Art und Weise Höllenqualen erleiden zu lassen(nicht, dass uns solch ein Verhalten aus Angel Beats! unbekannt wäre…), durch physische wie psychische Folter, er erklärt seinen Lieblingssträfling als vogelfrei und handelt nach bestem Gewissen(diese Ironie…). Eigentlich sind die beiden doch ein ganz nettes Pärchen, so ist Ishihara der Sadist, während hingegen Sakuragi die Rolle des Masochisten einnimt.
Eine typische IshiharaXSakuragi(+Sidechars)-Szene lautet wie folgt:
Ishihara: Saaaakuuuraaaaaaagiiiii…(UHUHUHUHU)
Sakuragi: Ishihara…
Ishihara: Folge mir, ich habe da einen ausgezeichneten Plan, dich in die Knie zu zwingen…
Einer der Blutbrüder: Anchan!
Sakuragi: Keine Sorge, das stehe ich durch. Kümmert euch um euren eigenen Scheiß.
-Diverse “das haut selbst Bigfoot aus den Latschen”-Foltersequenzen später-
Ishihara: Muhahahahahaha.(Dieser verdammte Bastard macht immer noch nicht schlapp… HNNNNNNNGGGGGH!!!!)
Sakuragi: *keuch, blutspuck*
Ishihara: Muhahahahahaha.
Sakuragi: *evil glimm*
Ishihara: Ieeeeeeks!!
-Später, die Achse des Bösen verfällt in einen gedanklichen Monolog-
Ishihara: (Sakuragi, dieser Bastard, dem treibe ich seinen Todesblick noch aus… doch wie?!)
Ishihara: ding dong(Ich hab’s! Ich versuche mich mit seinen Zellengenossen! Warum ist mir das nicht früher eingefallen?)
-Später, die Zellengenossen befinden sich nicht mehr an einem Stück, Ishihara marschiert ohne Geleitpersonal zu Sakuragi, um seinen grausamen Plan zu offenbaren-
Sakuragi: Iiiishiiiihaaaaraaa!!!
*BAM IN YA F4CE!!*
Ishihara: Das war so unvorhersehbar und vor allem unvermeidbar!!
Schließlich versucht sich die Erzählerin mit der positiven Seite der Ereignisse:
“Auch wenn Ishiharas Hass gegenüber Sakuragi kein Ende nimmt und das Leben seiner Gefährten beeinträchtigt, so hat sich das Band der Freundschaft erneut gestärkt. Doch ihr Leidensweg setzt sich fort…”
So oder so ähnlich verhält sich Rainbow. Es ist übertrieben, stellenweise unglaubwürdig, unterhält jedoch gut, überdimensionale Angriffsfläche hin oder her.
Den Subbern jedoch empfehle ich eine nette, kleine Exkursion zum Onkel Doktor, denn scheint es seit Angel Beats!(Parallelen über Parallelen…) schlichtweg Mode zu sein, (Spitz-)Namen als übersetzungswert einzustufen.
7 von 10 Punkten.
Saraiya Goyou

Das Haus der fünf Blätter bietet Slice of Life, interessante Charaktere, einen Protagonisten, der realistisch wirkt und handelt, einen Zeichenstil, für den die Welt noch nicht reif ist, einen Sendeplatz auf noitaminA, Drama, Klein- wie Großkriminelle und noch mehr Slice of Life.
Als selbst- und anerkannter Gegner des SoL-Genres bietet Saraiya Goyou somit eine zahlreicher Todsünden. Der Aktionsgehalt einer Folge ist mau, die Serie zeichnet sich durch ihre Charaktere aus, bietet kaum eine fortlaufende Handlung und befindet sich im Stillstand. Die Namen der Charaktere kann ich beim besten Willen ebenfalls nicht einprägen.
Denkbar schlechte Voraussetzung, um meine Gunst für sich zu gewinnen.
Trotz alledem verkünde ich an dieser Stelle: House of Five Leaves hat den Thron der Season erobert. Das Werk ist interessant, es fesselt gewissermaßen, ist ganz und gar nicht von Pappe. Erstaunlich unterhaltsam fällt somit das Ergebnis aus.
Ich verfolge mit Spannung das Treiben der Charaktere, sie treiben die Handlung gemächlich voran und animieren mich allemal, den Anime fortzusetzen.
8 von 10 Punkten.
Senkou no Night Raid

Anime no Chikaras zweiter Versuch, sich Erfolg und Jubel zuzusichern, mag blogtechnisch geradezu katastrophal ausfallen, man danke dem Subber-Kartell, doch gelingt das Werk. Im Kontrast zu Fehlschlag So-Ra-No-Wo-To blüht Night Raid auf. Das Setting ist echt, nicht aber ein Fake und die japanischen Geheimdienstler wissen ebenso sehr, was sie in China wollen(“Ich trete dem Militär bei, um den Umgang mit der Trompete zu erlernen.”, Kanata Sorami, geistig umnachteter Moe Blob). Das Problem ist: Ich weiß es nicht. Folge um Folge habe ich mich mit Ahnungslosigkeit abzugeben, denn nimmt sich Night Raid für Erklärungen wenig Zeit und unternimmt lediglich schwammige Versuche, em Zuschauer das Geschehen zu erläutern.
Dem gegenüber finden sich Drama, Action und Spannung vor, der Zuschauer ist geneigt, mehr zu erfahren und wird mit dieser Wurst geködert, den Schukarren anzuziehen. Das nennt sie Motivation!
Die Charaktere entspringen keinen Stereotypen, sind – oh Wunder – grundverschieden und üben eine gewisse Faszination aus. Charakterinformationen sind rar gesät und setzen sich erst nach und nach zusammen, das ist auch gut so.
Die Action wirkt unspektakulär und wird dezent plaziert, unterhält nichtdestotrotz, die Animationsqualität schwankt und präsentiert gar folgenweise ihre hässlich(st)e Seite, der Soundtrack ist sehr gut gelungen und trägt erheblich zur Stimmung bei.
7 von 10 Punkten.
Yojo-han Shinwa Taikei

An dieser Stelle will ich nicht viele Worte verlieren, denn bin ich der Schreiberei mittlerweile etwas überdrüssig, doch könnte ich kaum tippen, auch wenn ich es wollte: Der Drop nach erster Folge grenzt die Masse an Text entschieden ein.
Wieso Drop? Simpel: Yojo-han fällt dermaßen textlastig aus, dass das Mitverfolgen der Untertitel, Übersetzen und Verstehen inbegriffen, einer Katastrophe gleicht. Dagegen sind die mitunter heiklen Stellen eines Bakemonogatari der reinste Witz. Das hält ein Mensch im Kopf nicht aus. Von dem, was ich an Inhalt entdecken konnte, war ich doch angetan, doch ist eine Fortsetzung unter solchen Bedingungen nicht gegeben.
Wertung entfällt.
Ehe ich es vergesse: Die Bilderwahl ist mir diesmal hervorragend gelungen.
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- Published:
- 27. May 2010 / 3:52 PM


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